Kinderschutzgitter bei Treppen

Kinderschutzgitter (auch Kinderschutztüren, Kindergitter, Absperrgitter oder Babyschutzgitter genannt) sind spezielle Schutzvorrichtungen für Kleinkinder bis zu zwei Jahren, um ihre Bewegungsmöglichkeit innerhalb des Hauses auf ungefährliche Bereiche einzuschränken, bzw. sie vielmehr vor unfallträchtigen Bereichen zu schützen.

Laut der Statistik gehören Unfälle zu den größten Gesundheitsrisiken für Kinder. Dabei können auch viele Bereiche innerhalb eines Hauses oder einer Wohnung entsprechende Gefahren für Kleinkinder in sich bergen. Kinderschutzgitter bieten eine wirkungsvolle Möglichkeit die Zugangs- bzw. Zugriffsmöglichkeit eines Kindes einzuschränken.

Insofern sind insbesondere Treppen (und fortlaufende Umwehrungs-Geländer) vor Kleinkindern ausreichend abzugrenzen. Dies betrifft nicht nur Abgänge in den Keller, sondern auch Antritte in Obergeschoße, da die Bewegungsfreude von Kleinkindern regelmäßig größer als ihre Fähigkeit ist, die aus ihrem Entdeckungsdrang entstehenden Gefahren zu bewältigen.

Damit ein Kinderschutzgitter tatsächlich wirksam ist, muss dieses selbstverständlich einige Anforderungen erfüllen. Die sicherheitstechnischen Anforderungen und Prüfverfahren für Kinderschutzgitter sind seit dem Jahr 2000 in der DIN EN 1930 festgelegt. Seit dieser Herausgabe hat sich hierbei ein guter technischer Standard entwickelt.

U.a. werden in der DIN EN 1930 folgende Anforderungen überprüft:

  • ob das Kinderschutzgitter vor dem Hängenbleiben von Fingern oder Gliedmaßen schützt
  • die Beschaffenheit von Kanten, Ecken, Quetsch- und Scherstellen sowie Schließmechanismus und Festigkeit des Kinderschutzgitters der vorgeschriebenen Norm entspricht

Kinderschutzgitter, welche ein GS-Zeichen (GS = geprüfte Sicherheit) aufweisen, sind in der Regel von einem unabhängigen Prüfinstitut getestet worden. Hier kann man davon ausgehen, dass diese Kinderschutzgitter dem derzeitigen Stand der Technik entsprechen.

Die Einsatz-Möglichkeiten von Kinderschutzgittern sind sehr vielfältig. Sie reichen vom Türschutzgitter zum Absperren von Treppen oder Küchen bis zu flexiblen, erweiterbaren Zaunelementen, um Kaminöfen, Arbeitsplätze oder ganze Wohnbereiche abzuschirmen oder geräumige Laufställe (Laufgitter) zu gestalten.

Kinderschutzgitter werden je nach Bauart zur Befestigung z.B. in den Türrahmen oder dem Abstand zwischen Wand und Treppengeländer - als einfache starre Sperre oder mit Tür zum Öffnen - geklemmt oder geschraubt. Derartige Schutztüren können von Kleinkindern nicht geöffnet werden, von Erwachsenen jedoch auch dann, wenn sie z. B. das Kind oder einen Wäschekorb tragen. Es muss 100% ausgeschlossen sein, dass ein Kind allein den Verschlussmechanismus öffnen kann.

Wichtig ist auch immer wieder, dass bei einem Kinderschutzgitter auf die genaue Passform (lichte Weite bei Türrahmen oder Treppenbreite) geachtet wird. Die maximale Verstellbarkeit sollte nur beschränkt ausgenutzt werden, da mit zunehmender Weite die Spannung und Festigkeit des Schutzgitters abnimmt. Eine stabile Verankerung ist unbedingt notwendig. Diese Verankerung fängt die durch Zuschlagen, Anfahren, Dagegen-Rennen auf das Schutzgitter einwirkenden Kräfte auf. Dabei sollte auch eine regelmäßige Kontrolle der Befestigungen sowie der Standsicherheit des Gitters erfolgen.

Darüber hinaus sollten insbesondere bei Treppen-Auf- und Abgängen Kinderschutzgitter ausgewählt werden, deren Befestigungen nach Ende der Nutzungsperiode wieder weitgehend entfern- oder abdeckbar sind.

was bei Kinderschutzgittern noch wichtig ist:

  • wird das Kinderschutzgitter am oberen Treppenende verwendet, muss es auf der obersten Stufe angebracht werden.
  • wird das Kinderschutzgitter am Fuße der Treppe verwendet, sollte es auf der niedrigsten Stufe angebracht werden.
  • das Kinderschutzgitter muss mindestens 65 cm hoch sein, damit Kinder unter zwei Jahren es nicht überklettern können.
  • bis zu dieser Höhe darf keine Möglichkeit des Auftritts z.B. Stütze, Strebe, vorhanden sein
  • der Abstand zwischen den einzelnen Stäben muss zwischen 45 mm und 65 mm sein.
  • wenn ein Maschengeflecht verwendet wird, darf die max. Maschenweite nicht größer als 7 mm sein
  • bei Konstruktionen aus Metall dürfen Rohre an den Enden keine Öffnungen aufweisen.
  • es dürfen keine Spalten, Zwischenräume und Öffnungen vorhanden sein, um ein Einklemmen von Fingern und Gliedmaßen zu verhindern

Ein Kind darf sich also weder verhaken oder verletzen können. Kanten, Spitzen und Ecken müssen gerundet oder abgedeckt sein. Ein Kinderschutzgitter muss so aufgebaut sein, dass ein Verletzungsrisiko durch Schneiden und Quetschen ausgeschlossen ist. Auch die Oberflächenbeschaffenheit und das verwendete Material müssen für ein Kind ungefährlich sein. Kinderschutzgitter dürfen z.B. keine bedenklichen Mengen an Schwermetallen und Formaldehyd enthalten.

Bei der Auswahl des richtigen Kinderschutzgitters sollten Sicherheit und Stabilität, eine solide Verarbeitung und haltbare Verbindung der Einzelelemente immer an erster Stelle stehen. Dazu kommen eine eindeutige und leicht verständliche Anleitung zum sicheren Zusammenbau und Gebrauch, eine leichte Montage und Handhabung. Weiterhin muss ein Kinderschutzgitter glatte Oberflächen haben, von denen sich keine Späne ablösen, keine überstehenden Teile aufweisen, an denen ein Kind mit Schnuller-Ketten oder ähnlichem hängen bleiben kann sowie pflegeleicht und abwaschbar sein. Zu guter Letzt sollte die Lackierung eines Kinderschutzgitters speichelecht und frei von Schadstoffen sein.

Da ab einem Alter von 24 Monaten allerdings auch die Gefahr des Überkletterns besteht, bieten Kinderschutzgitter für Kinder über Jahren nur noch im beschränkten Maße Schutz. Aber auch vorher gilt: Eine absolute Sicherheit kann niemand gewährleisten, Unfälle sind nicht immer vermeidbar. Lassen Sie deshalb - auch beim Einsatz der besten Kinderschutzgitter - Ihr Kind nie unbeaufsichtigt!

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